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Geschichte und heutige Organisation des Lectorium Rosicrucianum


Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri
Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri

Die Anfänge des Lectorium Rosicrucianum reichen zurück bis in das Jahr 1924. Die Arbeit der geistigen Leiter Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri begann in den Niederlanden. Heute ist das Lectorium Rosicrucianum in mehr als 40 Ländern aktiv.

Der Grundstein für das Lectorium Rosicrucianum wurde 1924 gelegt: In diesem Jahr traten die Brüder Zwier Willem Leene (1892-1938) und Jan Leene (1896-1968) in Het Rozekruisers Genootschap ein, die niederländische Abteilung der 1909 von Max Heindel gegründeten Rosicrucian Fellowship in Oceanside, Kalifornien (USA). Schon bald nahmen die Brüder in Het Rozekruisers Genootschap einen herausragenden Platz ein und wurden 1929 mit der Leitung betraut.

Im Jahr 1930 schloss sich Frau Henriette Stok-Huizer (1902-1990) den Brüdern Leene an. Zusammen begannen sie eine intensive spirituelle Suche, die dazu führte, dass sie ihren Weg im Jahr 1935 unabhängig von der Rosicrucian Fellowship mit einer eigenen Gruppe weiter gingen.

Nachdem Z.W. Leene 1938 verstorben war, setzten J. Leene und H. Stok-Huizer die begonnene Arbeit gemeinsam fort. Unter ihren Autorennamen Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri veröffentlichten sie zahlreiche Bücher und bauten über Jahrzehnte eine internationale spirituelle Schule auf.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Gruppe in den Niederlanden verboten und musste sich wegen der Verfolgung durch die nationalsozialistische Besatzungsmacht zeitweilig aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Nach Kriegsende nahm die Gemeinschaft den Namen Lectorium Rosicrucianum an. In Deutschland wurde das Lectorium Rosicrucianum 1955 als gemeinnütziger Verein gegründet.

Das Lectorium Rosicrucianum als gnostische Geistesschule

Die geistigen Leiter setzten in dieser Zeit einen entscheidenden spirituellen Impuls, der über die bisherige Zielsetzung hinaus führte. Die gnostische Lehre der Transfiguration rückte dabei in den Mittelpunkt. Sie basiert auf einem Verständnis des Menschen als einer mehrdimensionalen Wesenheit mit einem unsterblichen Geistkern: ein Mikrokosmos, eine Welt im Kleinen. Die Bestimmung des Menschen als Mikrokosmos ist es, einen Weg der Rückkehr in die göttliche Naturordnung der ursprünglichen Schöpfung zu gehen, indem er die Gebundenheit an die vergängliche Welt und den an Raum und Zeit gefesselten Bewusstseinszustand überwindet. Der Mensch als sterbliche Persönlichkeit erwirbt auf diesem spirituellen Weg Einsicht über die Ursache der Endlichkeit alles in der Natur Geoffenbarten. Zugleich gewinnt er im Spannungsfeld zwischen der vergänglichen Natur und der ursprünglichen Schöpfungskraft vertiefte Selbsterkenntnis.

Das Lectorium Rosicrucianum ist daher eine „gnostische Geistesschule“. Gnosis ist das griechische Wort für Erkenntnis. Damit ist die Erkenntnis Gottes gemeint, die sich dem Menschen innerlich und unmittelbar aus seinem unsterblichen Geistkern - der „Rose“ - offenbart, sobald er sich auf den Pfad der Seelenwiedergeburt begibt.

Die heutige Organisation des Lectorium Rosicrucianum

Nach dem Tod der geistigen Leiter Jan van Rijckenborgh (1968) und Catharose de Petri (1990) wird die Schule heute von einem international zusammengesetzten Gremium geführt, der Internationalen Spirituellen Leitung. Sie wird unterstützt durch Landesleitungen und Präsidien sowie zahlreichen Arbeitsgruppen.
Gegenwärtig hat das Lectorium Rosicrucianum Schüler und Mitglieder in 36 Ländern, darunter viele Länder in Europa, Südamerika, Nordamerika, Afrika, Australien und Neuseeland. In Deutschland hat die Schule die Rechtsform eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins. Der Hauptsitz der internationalen Organisation befindet sich in Haarlem, Niederlande.

Die Organisation wird finanziell ausschließlich getragen durch Beiträge und Spenden von Schülern und Mitgliedern und verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen. Der Eintritt in die Organisation ist nach einer Orientierungsphase durch einen schriftlichen Antrag möglich. Das Mindestalter dafür beträgt 18 Jahre. Für den Austritt genügt ein formloses Schreiben. Der Monatsbeitrag beträgt zur Zeit für allgemeine Mitglieder 12 EURO, für Schüler 16 EURO.