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Die Ursprünge der Rosenkreuzer

Wappen von Johann Valentin Andreae
Wappen von Johann Valentin Andreae

Woher kommen die Rosenkreuzer, und wer ist Christian Rosenkreuz? Die universelle Weisheitslehre der Rosenkreuzer geht auf uralte Quellen zurück. Am Beginn des 17. Jahrhunderts kam der Begriff "Rosenkreuz" durch die klassischen Rosenkreuzer-Schriften an die Öffentlichkeit in Europa.

Der Name "Rosenkreuz" ist aus dem Mittelalter überliefert. In der Öffentlichkeit publiziert wird er zum ersten Mal in den Schriften, die der süddeutsche Theologe Johann Valentin Andreae zu Beginn des 17. Jahrhunderts herausgegeben hat: Die Fama Fraternitatis R.C. (erschienen im Jahr 1614), die Confessio Fraternitatis R. C. (1615) und die „Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz“ (1616). 

Darin ist die Rede von einer geheimnisvollen Bruderschaft, deren Ziel eine allgemeine geistige Weltreformation ist. Ihr Vater-Bruder Christian Rosenkreuz (CRC) hat ein „Haus Sancti Spiritus“ erbaut und arbeitet als Alchimist zusammen mit seinen Brüdern daran, Gold zu machen und die unsterblichen Körper eines neuen Königspaares zu erschaffen.

Im Europa der ausgehenden Renaissance sorgten diese Veröffentlichungen für erhebliches Aufsehen. In den folgenden Jahrhunderten bildeten sich daraufhin verschiedene Rosenkreuzer-Strömungen, die die Überlieferungen unterschiedlich deuteten und akzentuierten, was bis in die heutige Zeit der Fall ist. Die europäische Geistesgeschichte berichtet darüber hinaus von zahlreichen Persönlichkeiten, die vom Gedankengut der Rosenkreuzer beeinflusst waren.

Wer ist Christian Rosenkreuz?

Christian Rosenkreuz, seine Bruderschaft und das „Haus Sancti Spiritus“ gehören nicht in das Reich der Fabel und sind auch nicht historisch einzuordnen. Das Gold, an dem CRC arbeitet, ist kein gelbes Edelmetall, sondern das geistige Gold des vollkommenen Menschseins. Der Name Christian Rosenkreuz ist kein bürgerlicher, sondern ein geistiger Name, der ein Geheimnis enthält.

Christian Rosenkreuz ist der Prototyp eines Menschen, der den christlichen Einweihungsweg von der ersten Berufung als Jünger bis zur Auferstehung durchlebt. Die „alchymische Hochzeit“ ist in Wirklichkeit die spirituelle Hochzeit seiner eigenen, neu geborenen Seele mit dem Christusgeist zu einem unsterblichen Menschen mit einem unvergänglichen Körper.

In Christian Rosenkreuz, der von 12 Eingeweihten unterrichtet wurde, ist das Mysterienwissen der alten Religionen – unter anderem auch die alte arabische und ägyptische Weisheit – zu einer neuen Synthese verschmolzen, einem esoterischen Christentum. Auf diese Zusammenhänge weist Rudolf Steiner in seinem Vortrag „Das Rosenkreuzerische Christentum“ vom 27.9.1911 hin.

Die Ursprünge der Rosenkreuzer liegen also in der uralten Weisheitslehre, der „Universellen Lehre“, die den Menschen, die danach verlangen, zu allen Zeiten offenbart wurde und wird. Diese Weisheit ist zeitlos und ewig, doch sie wird den Menschen jeweils im Gewand ihrer Zeit nahe gebracht.

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