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Das Weltall in dir


Stellen Sie sich vor, in Ihnen lebt ein zweites Wesen, unsterblich, ewig jung und unergründlich, und in ihm ist alles, was Sie sich je erträumt haben – ja, es ist die Ursache dafür, dass Sie überhaupt Träume und Sehnsüchte haben. Seine Existenz wird in allen gnostischen Lehren bestätigt.

Mensch und Mikrokosmos

Dieses Wesen ist nichts weniger als der ganze Kosmos, aber sozusagen „invertiert“, in unendlich kleiner Form. Die Rosenkreuzer nennen es „Mikrokosmos“. Das heißt, ohne es zu wissen, trägt jeder Mensch das ganze Universum mit sich herum. Der Kosmos im Kleinen ist jedoch keine tote Materie, sondern belebt, ja mehr noch: er ist das LEBEN, der Ursprung von allem Bewusstsein und Leben überhaupt.
Zahlreich sind die Zeugnisse von Menschen, die zu diesem ganz Anderen durchgedrungen sind. Die Begegnung mit dem ganz Anderen ist oft so fremdartig und gewaltig, dass die betroffenen Menschen zutiefst erschrecken und ihnen nicht einmal der Begriff „Gott“ oder „göttlich“ genügt.

Begegnungen mit dem ganz Anderen

Moses zum Beispiel ist es passiert. In Wahrheit hat der brennende Dornbusch nicht gesprochen. Die Stimme kam aus seinem Inneren. Er projizierte sie nach außen, identifizierte sie mit „Gott“, und dennoch fragt er: „Der Gott eurer Väter… wie ist sein Name? Was soll ich den Kindern Israels sagen?“ Und die Antwort ist (2 Mose 3,14): „Ich bin der ich bin.“ Diese rätselhafte Antwort zeigt, dass Moses es hier mit dem kosmischen Anderen zu tun hatte. Der Andere „sagt“ nicht so etwas wie: „ich bin dein Gott, wirf dich nieder“, sondern eben das. Der Ausspruch bedeutet „Dein Eindruck von mir ist unausschöpfbar, um wie viel mehr dann ich selber. Jede sprachliche Wiedergabe ist unvollständig. Also: ich bin der ich bin.“ Fast alles andere an der Geschichte ist unwichtig, weil es offensichtlich „Geschichtspropaganda“ ist.

Ähnliches gilt für den Perserkönig Kyros II. In seinem berühmten Selbstzeugnis, das auf einem heute noch erhaltenen Keramikzylinder aufgezeichnet ist, schreibt er, dass bei der Eroberung Babylons ihm „der Gott Marduk als Freund und Genosse zur Seite ging“. „Marduk“ ist der Gott der Babylonier, und mit der Bezeichnung wollte er andeuten, dass der Gott seiner Gegner sich mit ihm verbündet hatte. Auch Kyros hatte es mit seinem kosmischen Anderen zu tun, dem er sich völlig anvertraute. Und dann konnte nichts fehlgehen. Er zog ohne Kampf in Babylon ein, besiegte die Meder und begründete das Achämenidenreich. Auch Moses konnte unter dem Einfluss seines kosmischen Anderen nichts misslingen. Und um dieses extrem unwahrscheinliche Gelingen des Auszugs aus Ägypten herum wurde die biblische Erzählung von den „Plagen“, der „Teilung des Roten Meeres“ usw. konstruiert.

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